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  Ausgabe 1 (2010)

Buchbesprechung
M.-H. Schmid-Wendtner, H. C. Korting

pH and Skin Care


SABW Wissenschaftsverlag, Berlin 2007, 140 Seiten.
19,95 Euro. ISBN: 978-3-936072-64-8




Die sauren Eigenschaften der Hautoberfläche haben schon seit Ende des 19. Jahrhunderts das Interesse von Wissenschaftlern geweckt. Der sogenannte Säureschutzmantel der Haut galt zunächst als eine Art Abfallprodukt – als Sammelsurium metabolischer Endprodukte von Hautzellen und Mikroorganismen, dem keinerlei physiologische Bedeutung zugemessen wurde.

Doch diese Ansicht hat sich grundlegend geändert. Heute gilt das leicht saure Milieu der Hautoberfläche als Produkt eines komplexen Systems von physiologischen Reaktionen, die für die Homöostase der Haut bedeutsam sind. Mehr noch: Änderungen des Haut-pH-Wertes sind möglicherweise an der Pathogenese von Hautkrankheiten beteiligt. Eine englischsprachige Monografie widmet sich nun dieser für die Dermatologie und Kosmetologie so bedeutsamen Thematik und bringt das Wissen über das Säuremilieu der Haut auf den aktuellen wissenschaftlichen Stand.

Nachdem die Autoren zunächst die chemischen Grundlagen rund um den pH-Wert erläutern und Verfahren zur Messung des Haut-pH-Wertes vorstellen, widmen Sie sich anschließend detailliert der Rolle des pH-Wertes für die Hautphysiologie. Mit Nachdruck weisen sie darauf hin, dass Änderungen des Säuremilieus der Haut hin zu pH-Werten im Neutralbereich mit einem Zusammenbruch der Barrierefunktion der Haut einhergehen können.

In weiteren Kapiteln des Buches wird darauf verwiesen, dass der pH-Wert der Haut durch Faktoren wie Hautfeuchtigkeit, Schweiß, Sebum, anatomische Lage, genetische Disposition und Alter beeinflusst werden kann. Doch auch der Gebrauch von tensidhaltigen Hautreinigungsmitteln, Pflegepräparaten und topischen Antibiotika kann das Säuremilieu und damit die Permeabilitätsbarriere der Haut beeinträchtigen oder die Regeneration einer bereits geschädigten Barriere verzögern, so die Autoren.

Auch wird auf Literaturdaten verwiesen, wonach Störungen des Haut-pH-Wertes an der Pathogenese von Hauterkrankungen beteiligt sind. So hat sich etwa gezeigt, dass pH-Wert-Veränderungen hin zum Neutralen die Wachstumsbedingungen für Propionibacterium acnes verbessern, was die Entwicklung inflammatorischer Läsionen bei Akne-empfänglichen Personen unterstützen könnte. Zudem sind Veränderungen des pH-Wertes mit verschiedenen ekzematösen und anderen inflammatorischen Hauterkrankungen assoziiert.

Die Autoren sprechen sich dafür aus, das natürliche Säuremilieu der Haut durch externe Manipulationen möglichst wenig zu stören, insbesondere dann, wenn bereits Beeinträchtigungen der Permeationsbarriere vorliegen. Dies gelte vor allem für den Einsatz von Hautreinigungs- und Hautpflegeprodukten, die möglichst schwach saure pH-Werte im Bereich von 5,5 aufweisen sollten.

Insgesamt bietet das Werk jedem Interessierten die Möglichkeit, sich umfassend über die Bedeutung des pH-Wertes für die Hautphysiologie zu informieren.

Besonders hervorzuheben ist der für eine wissenschaftliche Monografie von 140 Seiten günstige Preis von 19,95 Euro. Im Sinne der Lesefreundlichkeit hätten dem Buch jedoch ein entzerrteres Schriftbild und die eine oder andere Zwischenüberschrift nicht geschadet.

Dr. C. Schöllmann, Königswinter

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