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  Ausgabe 1 (2011)

Firmenporträt

Stiefel nach Integration in den GSK-Konzern
Das Produktportfolio hat sich vergrößert, die Perspektiven haben sich verbessert

Interview von Dr. Claudia Schöllmann, Königswinter

Die Firma Stiefel war ein echtes Traditionsunternehmen der Dermatologie. Das 1847 in Deutschland gegründete und später in die USA umgesiedelte Unternehmen war im Jahr 2009 die viertgrößte Dermatologie-Firma der Welt mit einem Jahresumsatz von 900 Millionen US-Dollar. Im Juli 2009 erwarb der Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) das Familienunternehmen und integrierte es in seine Organisationsstruktur. Durch die Erweiterung des Produktportfolios um die GSK-Dermatika ist Stiefel nach Umsatz jetzt weltweit die Nummer 1 in der Dermatologie. Wie hat sich die Integration in den GSK-Konzern auf das Traditionsunternehmen ausgewirkt? Welche neuen Perspektiven haben sich dadurch ergeben? DermoTopics sprach dazu mit Dr. Andreas Folkmann, dem Geschäftsbereichsleiter Stiefel Dermatologie bei GSK in Deutschland.




DermoTopics:
Herr Dr. Folkmann, was hat sich für Stiefel durch die Eingliederung in einen großen Pharmakonzern geändert?

Dr. Folkmann:
Wenn man aus einem mittelständischen Familienunternehmen in einen der weltweit größten Pharmakonzerne übergeht, ändern sich natürlich viele Arbeitsweisen. Allem voran hat sich jedoch die Perspektive von Stiefel verändert – zum Positiven. Als Familienunternehmen mit begrenzten finanziellen Ressourcen waren wir bei der Entwicklung von Arzneimitteln im Wesentlichen auf innovative galenische Formen beziehungsweise auf topische Arzneiformen bekannter Wirkstoffe und deren Kombinationen beschränkt.

DermoTopics:
Welche neuen Perspektiven gibt es jetzt?

Dr. Folkmann:
Nach der Integration in den GSK-Konzern dürfen wir nun darauf hoffen, dass wir unser Portfolio langfristig auch mit neuen Wirkstoffen und Therapeutika für schwere Hauterkrankungen aus der umfangreichen GSK-Pipeline bereichern können. Aber auch die Entwicklung der OTC-Sparte, insbesondere der Hautpflegepräparate, die gerade in Deutschland ein wichtiges Standbein von Stiefel sind, können wir nun deutlich forcieren.



Dr. Andreas Folkmann ist bei der Firma GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG Leiter des Geschäftsbereichs Stiefel Dermatologie.

DermoTopics:
Was veranlasst Sie, so optimistisch in die Zukunft zu schauen?

Dr. Folkmann:
Da ist zum einen der finanzielle Aspekt. GSK hat natürlich ganz andere Investitionsmöglichkeiten als das frühere Familienunternehmen Stiefel. GSK verfolgt dabei die Strategie, diejenigen Bereiche, die man in den Konzern integriert, auch besonders zu fördern. Deshalb dürfen wir in den nächsten Jahren Investitionen in die Dermatologie erwarten.

Porträts von den fördernden Mitgliedern der GD

In einer neuen Serie stellt DermoTopics die fördernden Mitglieder der Gesellschaft für Dermopharmazie vor. Die Firma Stiefel, die 2009 von dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) akquiriert wurde, trat der GD bereits 1997 als förderndes Mitglied bei. Sie hat sich auf medizinische Hautpflege und die Behandlung von Hauterkrankungen spezialisiert. Zum angestammten Produktportfolio gehören

zum Beispiel ein Kombinationspräparat zur topischen Aknetherapie (Duac® Akne Gel) sowie Pflegeprodukte zur Anwendung bei Juckreiz, empfindlicher, gereizter und trockener Haut (Physiogel®). Dazu werden nun auch innovative Wirkstoffe von GSK vermarktet, etwa Retapamulin (Altargo®) zur topischen Behandlung bakterieller Hautinfektionen wie beispielsweise der Impetigo.


DermoTopics:
Was stimmt Sie noch optimistisch?

Dr. Folkmann:
Neben dem finanziellen Aspekt ist es die Kompetenz von GSK, die mich optimistisch stimmt. Es gibt bei GSK beispielhafte Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Hinzu kommt, dass wir natürlich auch an Wirkstoffen und Wirkstoffkandidaten von GSK partizipieren können. Einige dieser Substanzen wurden zwar für andere Indikationen entwickelt, stellen aber durchaus auch interessante Optionen für die Dermatologie dar.

DermoTopics:
Welche Konsequenzen werden Sie daraus ziehen?

Dr. Folkmann:
Wir werden die Weiterentwicklung dieser Substanzen konsequent verfolgen und so unsere Pipeline und unser Portfolio vergrößern. Auch wollen wir GSK bei der Vermarktung von neuen Therapien unterstützen, insofern diese auch für die Dermatologen von Interesse sind. Das erste Beispiel könnte Belimumab sein; das ist ein monoklonaler Antikörper zur Behandlung des systemischen Lupus erythematodes.

DermoTopics:
Hat sich Ihre Firmenphilosophie durch die Integration verändert?

Dr. Folkmann:
Nein. Der Kern unserer Firmenphilosophie, nämlich unsere Leidenschaft für Dermatologie, und unser wichtigstes Ziel, uns mit neuen Präparaten für die Hautgesundheit einzusetzen, haben nach wie vor Bestand und sind für mich das A und O.

DermoTopics:
Hatte die Integration auch Auswirkungen auf die Firmenstruktur?

Dr. Folkmann:
Natürlich. Was Stiefel international angeht, sind wir global nun besser organisiert. So wurden etwa in den USA kürzlich zwei „Centers of Excellence“ gegründet: Eines, das die Entwicklung von Arzneimitteln vorantreibt, und eines für die Entwicklung von Dermokosmetika. Bei uns in Deutschland, wo rund 50 Mitarbeiter tätig sind, werden wir vor allem durch die verschiedenen Supportfunktionen – Personal, Recht, Finanzen und Administration – und andere Services von GSK unterstützt.

DermoTopics:
Wie sieht die strategische Ausrichtung für die nächsten Jahre aus?

Dr. Folkmann:
Als Geschäftsbereich von GSK verfolgt Stiefel weltweit die sogenannte 3:2:1-Vision. Das heißt, wir wollen bis zum Jahr 2016 den Umsatz mit den nicht verschreibungspflichtigen Präparaten verdreifachen, den Umsatz mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln verdoppeln und weltweit die Nummer 1 in der Dermatologie bleiben – eine Position, die wir durch die Erweiterung des Portfolios um die GSK-Dermatika eingenommen haben.

DermoTopics:
Wie soll die globale Zielsetzung erreicht werden?

Dr. Folkmann:
Die globale Zielsetzung werden wir in den kommenden zwei bis drei Jahren von Deutschland aus in erster Linie durch den Ausbau des Geschäfts mit Dermokosmetika unterstützen – insbesondere unserer stärksten Marke Physiogel®. Hier setzen wir neben den Dermatologen, die weiterhin wichtig sind und bleiben, besonders auch auf die Apotheken als Partner.

Meilensteine der Firmengeschichte

1847 gründet Johann David Stiefel in Offenbach die J.D. Stiefel Company – ein Unternehmen, das sich auf die Produktion medizinischer Seifen spezialisiert. Stiefel arbeitet dabei eng mit Dermatologen wie etwa Ferdinand von Hebra und Paul Unna zusammen.

1910 verlegt August C. Stiefel, der Enkel des Firmengründers, die Firmenzentrale nach New York, ändert den Firmennamen in „Stiefel Medicinal Soap Company“ und baut das Unternehmen in den USA aus. Bald werden Stiefel-Seifen in alle größeren Länder der Welt verkauft.

1947 wird das Unternehmen in Stiefel Laboratories, Inc. umbenannt. Das Angebot an medizinischen Seifen und schließlich auch an Produkten zur Behandlung von trockener Haut, atopischer Dermatitis und Ekzemen wird immer größer.

1963 erarbeitet Stiefel zusammen mit dem Dermatologen William D. Pace erste Behandlungsoptionen bei Akne, was drei Jahre später zur Einführung von Benzoylperoxid führt.

In den 1960-er bis 1990-er Jahren baut Stiefel seine Kompetenz als Hautspezialist immer weiter aus, etabliert ein globales Netzwerk aus Niederlassungen, Produktions- und Forschungsstätten und vertreibt seine Produkte in über 100 Ländern.

Zwischen 2007 und 2009 integriert Stiefel drei kleinere auf Dermatika spezialisierte Unternehmen und vergrößert ständig seine Produktpipeline und sein Portfolio.

2009 wird das Familienunternehmen vom britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) akquiriert. In Deutschland wird Stiefel 2010 als Geschäftsbereich in die GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG mit Sitz in München integriert.




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