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  Ausgabe 2 (2011)

Dermokosmetik

Pflege der trockenen Haut
Zur Wirksamkeit von Ectoin und Harnstoff gibt es neue wissenschaftliche Erkenntnisse

Bericht von Dr. Eleonore Föhles und Dr. Joachim Kresken, Viersen

Die Pflege der trockenen Haut stellt eine besondere Herausforderung dar. Mit dem Anspruch, trockene Haut günstig zu beeinflussen, werden zahlreiche Produkte angeboten, deren Wirksamkeit sowohl über die Eigenwirkung der Grundlagen als auch über darin eingesetzte Wirkstoffe erklärt wird. Zu den Wirkstoffen, die sich bei trockener Haut als nützlich erwiesen haben, gehören Ectoin und Harnstoff. Für beide Substanzen wurde nachgewiesen, dass sie die Hornschichthydratation erhöhen und die Reparatur der gestörten Hautbarriere fördern. Noch relativ neu ist die Erkenntnis, dass Harnstoff in der Haut nicht nur passiv wirksam ist, sondern auch genregulatorische Aktivitäten in den Keratinozyten entfaltet. Diese Aktivitäten, die am Leibniz Institut für Umweltmedizinische Forschung (IUF) der Universität Düsseldorf näher untersucht wurden, sind für seine barrierestabilisierende und für seine antimikrobielle Wirkung verantwortlich.


Über den aktuellen Stand des Wissens zum Wirkprofil von Ectoin und Harnstoff informierten der Direktor des IUF, Professor Dr. Jean Krutmann, und seine Mitarbeiterin, Privatdozentin Dr. Susanne Grether-Beck, bei einem Symposium im Rahmen der 15. GD-Jahrestagung im April 2011 in Vaals. Das Symposium stand unter dem Titel „Teufelskreis Trockene Haut – Neue Strategien in der Dermokosmetik“.

Ectoin ist ein polyfunktionaler
kosmetischer Wirkstoff


Das von bestimmten Bakterien zum Schutz gegen Trockenheit, hohen Salzgehalt und UV-Strahlung gebildete Aminosäurederivat Ectoin agiert in der menschlichen Haut als polyfunktionaler Wirkstoff. In Mitteln zur Pflege der trockenen Haut werden vor allem seine außergewöhnlich hohe Wasserbindungskapazität und seine stabilisierende Wirkung auf Zellmembranen ausgenutzt.

Die Wirksamkeit ectoinhaltiger Zubereitungen wurde in mehreren vehikelkontrollierten Studien an Probanden mit unterschiedlichem Hautzustand untersucht. In einer Studie von Heinrich und Mitarbeitern wurde für eine zweiprozentige Zubereitung eine signifikante Erhöhung der Hautfeuchtigkeit sowie eine signifikante Abnahme der Hautrauigkeit, der Schuppung und der Faltentiefe nachgewiesen.

In einer anderen Studie wurde mit Hilfe von Messungen des transepidermalen Wasserverlusts und der Hautrötung der Einfluss einer ein- und einer vierprozentigen Zubereitung auf die Reparatur einer durch Natriumlaurylsulfat vorgeschädigten Hautbarriere untersucht. Dabei wurde für beide Zubereitungen eine signifikante Überlegenheit im Vergleich zur wirkstofffreien Grundlage festgestellt.

Harnstoff bindet nicht nur
passiv Wasser in der Haut


Dass Harnstoff in der Haut passiv Wasser bindet und dadurch die Hornschichthydratation erhöht, ist seit langem bekannt. Lange Zeit unklar war jedoch die Frage, über welche Mechanismen seine barrierestabilisierenden und seine antimikrobiellen Eigenschaften zustande kommen. Dafür sind, wie inzwischen bekannt ist, genregulatorische Aktivitäten in den Keratinozyten verantwortlich.

Neuere In-vitro-Untersuchungen am IUF in Düsseldorf haben deutlich gemacht, dass Harnstoff durch die Transportermoleküle UT-A1, UT-A2 und Aquaporin in die Keratinozyten aufgenommen wird und dort unter anderem die Expression von antimikrobiellen Peptiden sowie die Synthese der barriererelevanten epidermalen Lipide anregt. Gleichzeitig wurde gezeigt, dass diese Aktivitäten durch Hemmstoffe der Transportermoleküle reduziert werden.

Bestätigt wurden die neuen In-vitro-Befunde durch eine In-vivo-Studie an 21 Patienten mit atopischer Dermatitis, bei denen über 28 Tage einmal täglich eine 10-prozentige Harnstoffzubereitung appliziert wurde. Als Ergebnis dieser Studie wurden eine Verbesserung der Barrierefunktion sowie eine erhöhte Expression der antimikrobiellen Peptide LL-37 und β-Defensin-2 festgestellt.

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