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GD — Gesellschaft für Dermopharmazie e.V.

   
 

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Ausgabe Oktober 2000

GD Intern
Fachgruppe Dermatotherapie
Arbeitsschwerpunkte von fachübergreifender Bedeutung


Nach den bereits seit 1997 tätigen Fachgruppen Dermokosmetik, Magistralrezepturen und Dermatopharmakologie hat jetzt auch die neu eingerichtete Fachgruppe Dermatotherapie der Gesellschaft für Dermopharmazie (GD) ihre Arbeit aufgenommen. Auch diese Fachgruppe will im Sinne des interdisziplinären Charakters der GD Themen von fachübergreifender Bedeutung bearbeiten. Hierzu gehören die Pharmakoökonomie in der Dermatotherapie, die Methodik der Patienteninformation und –beratung sowie die Absicherung der klinischen Wirksamkeit von “verwaisten” dermatologischen Wirkstoffen (orphan drugs).
Nachdem die ordentliche Mitgliederversammlung der GD im letzten Jahr in Berlin die Einrichtung einer Fachgruppe Dermatotherapie beschlossen hatte, fand jetzt auf Initiative des Vorstands die konstituierende Sitzung statt. Hierzu trafen sich 17 ordentliche Mitglieder am Rande der dermatologischen Fortbildungswoche Ende Juli in München. Außerdem nahmen einige Vertreter von fördernden Mitgliedern der GD sowie ein Vertreter des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen als Gäste an der Sitzung teil. Zur Tagesordnung gehörten die Diskussion und Festlegung der zukünftigen Arbeitsschwerpunkte sowie die Wahlen des Fachgruppenleiters und dessen Stellvertreter.

Zum Fachgruppenleiter wurde der Dermatologe Dr. Matthias Augustin, Oberarzt an der Universitäts- Hautklinik Freiburg, gewählt, der als Experte auf dem Gebiet der Pharmakoökonomie in der Dermatotherapie gilt. Ihm stehen mit Dr. Burkhard Kleuser vom Fachbereich Pharmazie der Freien Universität Berlin sowie Diplomökotrophologin Anne Kilburg vom Institut für empirische Gesundheitsökonomie in Burscheid zwei Nichtmediziner als stellvertretende Fachgruppenleiter zur Seite. Ein dritter Stellvertreter, der aus dem Bereich der pharmazeutischen Industrie stammen soll, wird noch gesucht.

Pharmakoökonomie in der Dermatotherapie
Bei der Festlegung ihrer Arbeitsschwerpunkte legte die Fachgruppe Wert darauf, keine Konkurrenzsituation zur Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) zu schaffen, mit der die GD eine Zusammenarbeit auf formeller Basis betreibt. Wie Dr. Augustin betonte, werde das geplante Engagement der GD auf dem Gebiet der Pharmakoökonomie ausdücklich vom Vorstand der DDG begrüßt. Der GD dankte Augustin, dass sie dieses noch junge und von Interdisziplinarität geprägte Teilgebiet der Dermatotherapie zukünftig in ihrem Themenspektrum berücksichtigen will.

Die Pharmakoökonomie beschäftigt sich als Teilbereich der Gesundheitsökonomie mit der Untersuchung der Wirtschaftlichkeit von Pharmaka und Therapieverfahren. Angesichts der knapp gewordenen Ressourcen im Gesundheitswesen ist damit zu rechnen, dass die Ergebnisse solcher Untersuchungen die Arzneimittelauswahl auch in der Dermatologie in Zukunft stärker als bisher beeinflussen werden. Die Fachgruppe der GD will deshalb die wissenschaftlichen Aktivitäten auf diesem Gebiet koordinieren und neue Erkenntnisse hierüber zum Nutzen der Fachöffentlichkeit und der Allgemeinheit verbreiten. Zur Realisierung des letztgenannten Zieles soll das bekannte Freiburger Symposium zur Gesundheitsökonomie in der Dermatologie, das bis jetzt zweimal in Eigenregie von der Freiburger Hautklinik organisiert wurde, ab dem Jahr 2002 alle zwei Jahre im Rahmen der GD-Jahrestagungen statt finden und auch in die Pressearbeit der GD integriert werden.

Angebote für Ärzte und Apotheker
Neben der Pharmakoökonomie sollen in der Fachgruppenarbeit auch die Themen, die speziell für Offizinapotheker und niedergelassene Hautärzte interessant sind, nicht zu kurz kommen. Den Berufsorganisationen der Apotheker bietet die Fachgruppe an, sie bei der Entwicklung und praktischen Umsetzung von Modellen zur pharmazeutischen Betreuung hautkranker Patienten zu unterstützen. Außerdem sollen zur Orientierung der Apotheker die Möglichkeiten und Grenzen der Selbstmedikation bei häufig vorkommenden Dermatosen definiert werden.



Neben der Pharmakoökonomie sollen in der Fachgruppenarbeit auch die Themen, die speziell für Offizinapotheker und niedergelassene Hautärzte interessant sind, nicht zu kurz kommen. Den Berufsorganisationen der Apotheker bietet die Fachgruppe an, sie bei der Entwicklung und praktischen Umsetzung von Modellen zur pharmazeutischen Betreuung hautkranker Patienten zu unterstützen. Außerdem sollen zur Orientierung der Apotheker die Möglichkeiten und Grenzen der Selbstmedikation bei häufig vorkommenden Dermatosen definiert werden. Der Hautarzt soll durch die geplante Aufbereitung der „orphan drugs” Unterstützung erhalten. Die Fachgruppe will sich dafür einsetzen, dass diejenigen Wirkstoffe, die zum Beispiel in dermatologischen „Nischenindikationen” gebräuchlich sind und dort als unverzichtbar gelten, für die Therapie erhalten bleiben. Hierfür sollen im Sinne einer evidenzbasierten Medizin kontrollierte klinische Studien zur Absicherung der Wirksamkeit initiiert werden (orphan studies). Desweiteren ist daran gedacht, bestimmte dermatologische Therapieverfahren in Interventionsstudien zu überprüfen.

Ein besonderes Anliegen ist der Fachgruppe die Förderung der Zusammenarbeit von Arzt und Apotheker auf dem Gebiet der Patienteninformation. Hierfür sollen interdisziplinär konsensfähige Konzepte erarbeitet werden, die sicherstellen, dass der Patient keine widersprüchlichen Informationen über die von ihm anzuwendenden Hautarzneimittel erhält. In dieses Projekt sollen auch die betroffene pharmazeutische Industrie und eventuell andere mit der Patienteninformation befasste Stellen (zum Beispiel Selbsthilfegruppen und Verbraucherorganisationen) einbezogen werden. Die Fachgruppe Dermatotherapie steht, wie die anderen Fachgruppen der GD, allen ordentlichen Mitgliedern für eine aktive Mitarbeit offen. Wer mitarbeiten möchte oder Anregungen an die Fachgruppe hat, sollte sich an den Fachgruppenleiter oder die Geschäftsstelle der GD wenden.

Aktivitäten der anderen Fachgruppen
Über die Aktivitäten der drei anderen Fachgruppen wurde bei der ordentlichen Mitgliederversammlung im Rahmen der 4. GD-Jahrestagung in Freiburg ausführlich berichtet. Mittelfristiges Ziel der Fachgruppe Dermatopharmakologie unter der Leitung von Professor Dr. Frank Hevert, Freiburg, ist die Herausgabe eines Kataloges mit einer Sammlung und Kommentierung dermatopharmakologischer Methoden. Im Zuge der Vorbereitungsarbeiten zu diesem Projekt wurde unter der Internet-Homepage der GD ein Diskussionsforum eingerichtet.

Ein Arbeitsschwerpunkt der Fachgruppe Dermokosmetik, die von Professor Dr. Rolf Daniels vom Institut für Pharmazeutische Technologie der Technischen Universität Braunschweig geleitet wird, ist die Erstellung von Leitlinien zu verschiedenen Produktgruppen der Dermokosmetik. Bereits verabschiedet und unter der Homepage der GD veröffentlicht wurde die Leitlinie "Dermokosmetika für die Pflege der trockenen Haut". Als Ergänzung hierzu wird in Kürze die Leitlinie "Dermokosmetika für die Reinigung der trockenen Haut" herausgebracht. Neben der Leitlinienarbeit steht die Fachgruppe den Fachkreisen, Medien und fördernden Mitgliedern der GD für Stellungnahmen zu strittigen Kosmetikainhaltsstoffen und für Anfragen zu anderen Problemen der Dermokosmetik zur Verfügung.

In der Fachgruppe Magistralrezepturen arbeiten in Klinik und Praxis tätige Dermatologen, Krankenhaus- und Offizinapotheker, Mitarbeiter des NRF-Laboratoriums und andere an der dermatologischen Rezeptur interessierte Fachleute zusammen. Durch diese breitgefächerte Zusammensetzung sei hohe Fachkompetenz für die vielfältigen Fragestellungen der Fachgruppe gewährleistet, erklärte ihr Leiter, Apotheker Dr. Bernd Hünerbein aus Naumburg. Über die bisher vorliegenden Arbeitsergebnisse der Gruppe wird an anderer Stelle dieser Ausgabe berichtet. (jk)

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