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  Ausgabe 2 (2001)

Dermatotherapie
41. DDG-Tagung in Berlin
Neuigkeiten zur dermatologischen
Therapie


„Chancen durch Innovationen“ – so lautete das Motto der 41. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), die vom 1. bis 5. Mai diesen Jahres im Internationalen Congress Centrum (ICC) in Berlin stattfand. Anlässlich der Eröffnungpressekonferenz bezeichnete der Tagungsleiter und jetzige DDG-Präsident, Professor Dr. med. Wolfram Sterry, Berlin, die Veranstaltung als „die komplexeste Dermatologentagung aller Zeiten“. In zahlreichen der über 200 Vorträge und mehr als 400 Poster wurde über Neuigkeiten zur dermatologischen Therapie berichtet.

In einem Postervortrag der Universitäts-Hautklinik Kiel berichteten Stockfleth und Mitarbeiter über die erfolgreiche Behandlung aktinischer Keratosen, den häufigsten Präkanzerosen der Haut, mit einer fünfprozentigen Imiquimod-Creme. Imiquimod gehört zu einer neuen Gruppe lokal wirksamer „immune response modifier“, die unter anderem zu einer topisch erhöhten Expression bestimmter Interferone und Zytokine führen. In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie an 37 Patienten mit aktinischen Keratosen zeigten nach einer 12-wöchigen Behandlung mit der Imiquimod-Creme 87,5 Prozent der Patienten eine komplette klinische Abheilung und auch histologisch keine Anzeichen von atypischen Keratinozyten mehr.


Impfstoffe und Antibiotika
gegen Borreliosen



Über den Stand der Vakzineentwicklung bei der Lyme Borreliose, der häufigsten durch Zecken übertragenen Infektionskrankheit, informierte ein Vortrag von Wallich und Simon vom Institut für Immunologie am Klinikum der Universität Heidelberg beziehungsweise vom Max-Planck-Institut für Immunbiologie in Freiburg. Die Referenten entwickelten einen Impfstoff auf der Basis des Erregermoleküls OspA (outer surface protein A), der unter dem Namen LymerixTM seit 1999 in den USA im Handel ist. Dieser Impfstoff schützt jedoch nur gegen die Spirochäte Borrelia (B.) burgdorferi, der einzigen humanpathogenen Species, die in den USA vorkommt. In Europa ist dagegen mit drei Species – neben B. burgdorferi auch B. garinii und B. afzelii – zu rechnen. Wegen dieser Heterogenität muss ein für Europa geeigneter Impfstoff aus drei Varianten des OspA-Moleküls bestehen. Ein solcher befindet sich zur Zeit in einer Phase-2-Studie und kommt frühestens in zwei Jahren auf den Markt.

Müllegger und Mitarbeiter von der Universitäts-Hautklinik Graz stellten die Ergebnisse einer retrospektiven klinischen und serologischen Studie zur Therapie der Acrodermatitis chronica atrophicans (ACA), der kutanen Manifestation der späten Lyme Borreliose, mit verschiedenen Antibiotika vor. Die Studie ergab, dass mit Tetracyclinen behandelte Patienten tendenziell schneller ansprachen als mit Betalactam-Antibiotika behandelte. Die vollständige Abheilung der entzündlichen Hautveränderungen nahm jedoch bei allen untersuchten Therapie-Regimen mindestens ein Jahr in Anspruch.

Neue Ansätze in der
Psoriasistherapie



Mehrere Vorträge beschäftigten sich mit neuen Ansätzen in der topischen und systemischen Therapie der Psoriasis. Hoffmann und Mitarbeiter von der Universitäts-Hautklinik Bochum machten mit einem neu entwickelten topischen Vitamin B12-Präparat in Bezug auf Wirksamkeit und Verträglichkeit gute Erfahrungen bei Patienten mit chronisch-stationärer Plaque-Psoriasis. Von der gleichen Hautklinik wurde bei Patienten mit schwerer Psoriasis die systemische Kombinationstherapie mit Methotrexat und Fumarsäureestern erprobt und in Bezug auf das Nutzen-Risiko- und das Kosten-Nutzen-Verhältnis als günstig im Vergleich zur Monotherapie mit Fumarsäureestern eingeschätzt.

Ein besseres Nutzen-Risiko-Verhältnis im Vergleich zur Monotherapie mit Fumarsäureestern bietet bei Psoriasis vom chronischen Plaque-Typ auch die Kombinationstherapie mit topischem Calcipotriol. Dies wurde in einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden Parallelgruppen-Studie der Universitäts-Hautkliniken Magdeburg, Bochum, Frankfurt und München (Technische Universität) festgestellt. In einer Studie, die von Friedrich und Mitarbeitern an der Hautklinik der Charité in Berlin durchgeführt wurde, konnte gezeigt werden, dass sich die von den Fumarsäureestern bekannten gastrointestinalen Nebenwirkungen durch Zugabe von Pentoxifyllin in ihrer Häufigkeit und Schwere reduzieren lassen. Pentoxifyllin unterdrückt die von den Fumarsäureestern induzierte Freisetzung von TNF-alpha aus Monozyten, die für die gastrointestinalen Beschwerden verantwortlich gemacht wird.

Als neuen Ansatz in der topischen Therapie der Psoriasis capitis empfehlen Taube und Zarzour, Universitäts-Hautklinik beziehungsweise dermatologische Praxis Halle, die Anwendung von Calcitriol-Salbe und vierprozentiger Harnstoff-Creme im täglichen Wechsel über drei Monate. Die Salben sollen für eine Stunde aufgetragen und anschließend mit warmem Wasser ausgespült werden. Diese Kombinationstherapie für den Problembereich des behaarten Kopfes weist laut Angaben der Auto-ren eine hohe Akzeptanz bei den Patienten auf. (jk)

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