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 Ausgabe 1 (2004)

Buchbesprechung
U. Schwabe, D. Paffrath (Hrsg.)

Arzneiverordnungs-Report 2003
Aktuelle Daten, Kosten, Trends und Kommentare


Springer Verlag, Berlin 2004.
1152 Seiten mit 67 Abbildungen und 282
Tabellen. Broschiert, 29,95 Euro.



Der Arzneimittelmarkt und hier speziell auch der Markt für Dermatika verändert sich im letzten Jahrzehnt immer schneller. Wer – und das dürfte für die meisten außerhalb der pharmazeutischen Industrie gelten – keinen Zugang zu den IMS-Verordnungsdaten hat, ist verwiesen auf die Verordnungsdaten aus der gesetzlichen Krankenversicherung. Diese Daten werden der Fachöffentlichkeit jährlich von Ulrich Schwabe und Dieter Paffrath in Form des Arzneiverordnungs-Reports zugänglich gemacht.

Dem vorliegenden Arzneiverordnungs-Report 2003 liegt – anders als in den Vorjahren – nicht mehr nur eine repräsentative Stichprobe, sondern eine Vollerfassung aller Kassenrezepte zugrunde. Darüber hinaus wurde der Fokus auf die 3.000 meist verordneten Arzneimittel erweitert. Auch wird neben den besprochenen Daten wieder ein eingehender Kommentar zum Verordnungsverhalten vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Literatur angeboten.

Bei den Verordnungszahlen von Dermatika und Wundbehandlungsmitteln lässt sich in Fortsetzung eines langjährigen Trends wiederum ein Rückgang ablesen. Auf der Basis von verordneten Tagesdosen (DDD) haben aber kortikosteroidhaltige Dermatika, Keratoplastika und so genannte „sonstige" Dermatika zugelegt. Rückläufig sind dagegen topische „Antiphlogistika" und „Antipruriginosa". In der Verordnungshäufigkeit einzelner Fertigarzneimittel liegt – vermutlich entgegen der allgemeinen Erwartung – ein PVP-Jod-haltiges Präparat beziehungsweise die entsprechende Produktpalette mit 1,213 Millionen Verordnungen vorn, gefolgt von Prednicarbat- und Fusidinsäure-haltigen Mitteln mit 1,159 beziehungsweise 1,091 Millionen Verordnungen.

Unter den ersten zehn Topika finden sich vier Glukokortikoid-Präparate, davon drei Originalanbieter-Präparate mit innovativen Wirkstoffen, nämlich Prednicarbat, Mometasonfuroat und 6-Methylprednisolonaceponat, sowie ein Generikum auf Basis von Betamethasonvalerat. Damit findet das Konzept der topischen Glukokortikoide mit verbesserter Nutzen-Risiko-Relation heute in großem Umfang bei der Verordnungshäufigkeit Berücksichtigung. Trotzdem ist nicht zu übersehen, dass die unter Preisgesichtspunkten erfolgende Zuwendung zu Generika herkömmliche Glukokortikoide begünstigt. So hat das erwähnte Betamethasonvalerat-haltige Mittel unter den zehn führenden Topika mit 18,2 Prozent den größten Zuwachs.

Für die Kompetenz der Ärzte bei der Dermatikaauswahl spricht auch, dass zumindest die sechs meist verordneten Mittel durchweg als Evidenzbasiert gelten dürfen. Verglichen mit den topischen Dermatika werden systemische seltener verordnet. Hier liegt nach Verordnungshäufigkeit immer noch das Originalanbieterpräparat mit Isotretinoin vorn (130.000 Verordnungen), während sich nach Kosten inzwischen das Fumarsäureesterhaltige Präparat vorgeschoben hat.

In die zweite Hälfte des Berichtszeitraums fällt auch die Einführung des ersten topischen Immunmodulators Tacrolimus. Dieses Präparat konnte sich binnen weniger Monate mit Rang 1.876 in der Verordnungshäufigkeit nach Wert zumindest eine wahrnehmbare Position erobern. Hohe prozentuale Zuwächse in der Verordnungshäufigkeit im Vergleich zum Vorjahr finden sich in der Regel insbesondere bei neu eingeführten Präparaten. Erwähnt seien ein Gammalinolensäure-haltiges, ein Metronidazol-haltiges und ein Diclofenac/Hyaluronsäure-haltiges Mittel, die Steigerungen von 406, 356 beziehungsweise 171 Prozent aufweisen.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass auch der ArzneiverordnungsReport 2003 wieder zur im Grunde unverzichtbaren Lektüre des Experten auf dem Gebiet der Dermopharmazie gehört.

Prof. Dr. med. H. C. Korting, München

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