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GD — Gesellschaft für Dermopharmazie e.V.

   
 

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 Ausgabe 1 (2004)

Mitteilungen der GD
Pressemitteilung der GD zur Prävention von Hautkrebs

Jedes Jahr über 100.000 neue Fälle von Basaliom, Spinaliom und Melanom


Die Zahl der Patienten mit Hautkrebs steigt ständig an. Derzeit erkranken in Deutschland Jahr für Jahr weit über 100.000 Menschen an den verschiedenen Formen von Hautkrebs. Experten rechnen mit einer jährlichen Zuwachsrate von drei bis acht Prozent. Damit ist Hautkrebs zur Volkskrankheit und zu einer zunehmenden Belastung für das Gesundheitssystem geworden, heißt es in einer Pressemitteilung der GD Gesellschaft für Dermopharmazie vom 31. März 2004. Die Gesellschaft will mehr öffentliches Bewusstsein für die Verhütung von Hautkrebs schaffen und hat zu diesem Zweck im letzten Jahr eine Expertengruppe, die GD Task Force „Licht.Hautkrebs.Prävention", eingerichtet.
Im wesentlichen werden drei verschiedene Hautkrebsarten unterschieden: der Basalzellkrebs (Basaliom), der Stachelzellkrebs (Spinaliom) und der bösartige schwarze Hautkrebs (malignes Melanom). Basaliom und Spinaliom, die zusammen auch als „heller Hautkrebs" bezeichnet werden, sind weltweit die am weitesten verbreiteten Hauttumore. Sie treten größtenteils an den so genannten „Sonnenterassen" wie Nase, Ohren, Glatze, Lippen oder um die Augenregion und darüber hinaus an Händen und Unterarmen auf.

Betroffen sind von hellem Hautkrebs vor allem Sonnenanbeter, aber auch Bauarbeiter, Bauern, Seeleute oder Bergführer, die oftmals über Jahre oder Jahrzehnte nicht oder nicht ausreichend geschützt der Sonne ausgesetzt sind. Dennoch machen sich die hellen Hautkrebsarten meist erst im fortgeschrittenen Alter bemerkbar, da die ultravioletten Strahlen der Sonne erst mit einer zeitlichen Verzögerung von zehn bis 30 Jahren den Tumor auslösen.

Basaliom und Spinaliom
häufigste Hautkrebsarten



Der Dermatologe Professor Dr. med. Thomas L. Diepgen von der Abteilung Sozialmedizin, Berufs- und Umweltdermatologie des Universitätsklinikums Heidelberg ist Sprecher der im letzten Jahr neu eingerichteten GD Task Force „Licht.Hautkrebs.Prävention". Zu den Zielen dieser interdisziplinär besetzten Expertengruppe gehört unter anderem die Förderung der Prävention von Hautkrebs.

Das Basaliom ist mit etwa 80.000 Neuerkrankungen pro Jahr der häufigste Hautkrebs; er sieht aus wie ein kleiner, grauweißer Knoten. Auch das Spinaliom (etwa 20.000 Neuerkrankungen pro Jahr) ist meist knötchenförmig, dafür aber intensiver gerötet. Von der als Vorstufe des Spinalioms aufgefassten aktinischen Keratose, die auch als „raue Lichtschwiele" bezeichnet wird, ist bereits jeder zweite Erwachsene über 60 Jahren betroffen. Aus diesen hornigen Knoten („Sonnenschwielen") entwickeln sich in bis zu 15 Prozent der Fälle bösartige Spinaliome.

Im fortgeschrittenen Stadium machen Basal- und Stachelzellkrebs keinen Halt vor Knorpel oder Knochen, was besonders im Gesicht zu schweren Entstellungen führen kann. Während das Basaliom örtlich begrenzt wächst, kann das Spinaliom die Lymphknoten befallen und Metastasen bilden – jeder zehnte Fall endet tödlich. „Vermutlich sind die hellen Hautkrebsarten viel häufiger, als dies amtliche Statistiken aussagen", erläutert der Dermatologe Professor Dr. med. Thomas L. Diepgen von der Abteilung Klinische Sozialmedizin, Berufs- und Umweltdermatologie des Universitätsklinikums Heidelberg.

Diepgen ist Sprecher der im letzten Jahr von der Gesellschaft für Dermopharmazie eingerichteten Task Force „Licht.Hautkrebs.Prävention". Zu den Zielen dieser Expertengruppe gehört es, mehr öffentliches Bewusstsein für die hellen Hautkrebsarten zu schaffen, die Forschung hierzu voranzutreiben, die Prävention zu fördern und die Aufnahme dieser Krebsarten in das Krebsregister zu bewirken.

UV-Strahlung als
Risikofaktor für Hautkrebs

Noch bedrohlicher als die hellen Hautkrebsarten ist das maligne Melanom, das bereits sehr früh beginnt, Metastasen zu bilden. Oft ist der Tumor nur wenige Millimeter dick, wenn er sich bereits in entfernte Organe abgesiedelt hat. Im fortgeschrittenen Stadium verläuft die Erkrankung meist tödlich. Experten schätzen, dass derzeit bis zu 10.000 Menschen in Deutschland jährlich an schwarzem Hautkrebs erkranken.

Hauptursache für die deutliche Zunahme aller Hautkrebsarten ist nach Meinung der Experten der intensive Kontakt der Haut mit Sonnenlicht. „Das Freizeitverhalten und die Kleidungsgewohnheiten haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert", so Diepgen. Zwar mache der zeitliche Anteil des Urlaubs weniger als zehn Prozent aus, doch liege die UV-Belastung durch Sonnenlicht währenddessen oft um ein Vielfaches höher als im Alltagsleben. Professor Diepgen: „Vor allem die Strahlenbelastung im Kindesalter sowie die intensive, zu Sonnenbränden führende Einstrahlung während des Urlaubs haben sich als besonders risikoreich erwiesen."

Weitere wichtige Gründe für das vermehrte Auftreten von Hautkrebs sind die erhöhte Lebenserwartung der Bevölkerung sowie die stetige Abnahme der Ozonschicht und die damit einhergehende erhöhte UV-Belastung der Haut.


Übermäßiger Sonnengenuss führt nicht nur zu Sonnenbrand, sondern erhöht gleichzeitig das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

Hautkrebs als
Berufskrankheit
Beruflich bedingter Hautkrebs befindet sich schon lange im Blickpunkt der Medizin. Bereits 1775 wurde als eine der ersten Berufskrankheiten ein erhöhtes Hautkrebsrisiko bei Schornsteinfegern beschrieben. Es dauerte jedoch noch mehr als 100 Jahre, bis 1894 bei Seeleuten erstmals ein direkter Zusammenhang zwischen beruflich bedingter Sonnenbelastung und der Entwicklung von Hautkrebs gesehen wurde: Ärzte bezeichneten die krankhaft veränderte Körperoberfläche als Seemannshaut.

Dennoch gilt Hautkrebs, der durch intensive Sonneneinstrahlung am Arbeitsplatz entstanden ist, bis heute nicht als anerkannte Berufskrankheit. Hier scheint jedoch ein Umdenken stattzufinden, wie Professor Diepgen konstatiert: „In den vergangenen Jahren wurden mehrere Hautkrebserkrankungen als Berufskrankheit anerkannt und entschädigt. Wir Dermatologen sollten mit dazu beitragen, dass weitere Fälle gemeldet und entschädigt werden und dass bestimmte durch UV-Licht
induzierte Hauterkrankungen neu in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen werden."

Schutzmaßnahmen
gegen Hautkrebs
Da dem UV-Licht bei der Entstehung aller Hautkrebsarten wesentliche Bedeutung zukommt, gilt Sonnenschutz als erste und wichtigste Maßnahme. Ganz gleich, ob beruflich oder privat — vor Hautkrebs kann man sich schützen. Hier die Möglichkeiten im Einzelnen:

Generell sollte eine plötzliche und intensive Sonnenbestrahlung vermieden werden. Besser ist es, sich im Schatten aufzuhalten und sonnendichte Kleidung zu tragen.

Wer im Sommer schon nach kurzer Zeit einen Sonnenbrand bekommt, sollte sich grundsätzlich nicht verstärkt der Sonne aussetzen.

Gefährdet sind vor allem hellere Hauttypen mit blonden bis rotblonden Haaren und Neigung zu Sommersprossen. Auch Menschen mit vielen Muttermalen und Leberflecken sollten sehr vorsichtig sein.

Kinder sollten besonders vor intensiver Sonneneinwirkung geschützt werden. Wichtig sind eine Kopfbedeckung und sonnendichte Kleidung.

Die Verwendung von Sonnenschutzmitteln ist zwar nützlich, reicht aber allein nicht aus, die Haut vor Hautkrebs zu schützen. Zu beachten ist, dass Selbstbräunungsmittel gar keinen Schutz vor UV-Strahlen bieten.

Sonnenschutzmittel sollten nicht nur an Hand des Lichtschutzfaktors ausgewählt werden. Die individuelle Eignung eines Sonnenschutzmittels kann sehr unterschiedlich sein. Insbesondere Risikogruppen wie Menschen mit Akne, Neurodermitis oder einer Lichtkrankheit sollten sich von einem Hautarzt oder in der Apotheke beraten lassen.

Durch Sonneneinwirkung oder künstliche UV-Bestrahlung entstandene Hautveränderungen sollten aufmerksam beobachtet und möglichst frühzeitig einem Hautarzt vorgestellt werden.

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