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GD — Gesellschaft für Dermopharmazie e.V.

   
 

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  Ausgabe 1 (2010)

Mitteilungen der GD
Interdisziplinäres Management der androgenetischen Alopezie

Stellungnahme der GD gibt Orientierungshilfen zur Diagnostik und Therapie


Der erblich-hormonelle Haarausfall, die androgenetische Alopezie, ist eine weit verbreitete Störung, die jeden zweiten Mann und etwa jede zehnte Frau betrifft und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken kann. Eine breite Palette an therapeutischen Optionen und ein unüberschaubares Angebot an kosmetischen Mitteln gegen Haarausfall macht es schwierig, Präparate, deren Wirksamkeit nach evidenzbasierten Kriterien überprüft wurde, von nicht oder nicht ausreichend auf Wirksamkeit getesteten Mitteln zu unterscheiden. Um hier mehr Transparenz zu schaffen und Ärzten und Apothekern eine Orientierungshilfe für ihr Verordnungs- beziehungsweise Empfehlungsverhalten zu geben, hat die Gesellschaft für Dermopharmazie am 22. März 2010 eine Stellungnahme zum interdisziplinären Management der androgenetischen Alopezie herausgegeben.
Die Stellungnahme, die auf den Folgeseiten abgedruckt ist, gibt das Ergebnis eines Konsensfindungsprozesses wieder, an dem Experten aus den Bereichen Dermatologie, Gynäkologie und Pharmazie beteiligt waren. Die Federführung lag bei Professor Dr. Hans Wolff von der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Nur wenige Mittel sind
gesichert wirksam

Nach einer Beschreibung der Pathogenese und Diagnostik der androgenetischen Therapie geht die Stellungnahme ausführlich auf die Therapie ein. Dabei wird festgestellt, dass zu den meisten Mitteln, in denen angeblich haarwuchsfördernde Wirkstoffe enthalten sind, keine oder keine ausreichenden klinisch-wissenschaftlichen Daten zur Wirksamkeit vorliegen.

Als wissenschaftlich gut dokumentiert sehen die Experten lediglich die systemische Therapie mit dem 5α-Reduktase-Hemmer Finasterid bei Männern sowie die topische Therapie mit Minoxidil-Lösung an, die für Männer in fünf- und für Frauen in zweiprozentiger Konzentration zur Verfügung steht. Darüber hinaus könne bei Frauen der Einsatz bestimmter systemischer Hormonpräparate erwogen werden.

Professor Dr. Hans Wolff, München, ist federführender Autor der Stellungnahme „Interdisziplinäres Management der androgenetischen Alopezie“, die im Auftrag des Vorstands der GD von neun Experten aus den Bereichen Dermatologie, Gynäkologie und Pharmazie gemeinsam erarbeitet wurde.

Beratung durch Ärzte und
Apotheker ist sehr wichtig

Ein weiteres Kapitel der Stellungnahme befasst sich mit der Beratung zur androgenetischen Therapie durch Ärzte und Apotheker. So sollte betroffenen Patienten empfohlen werden, sich vor Beginn einer Therapie zunächst an einen auf Haarausfall spezialisierten Arzt – im Regelfall einen Dermatologen – zu wenden.

Weiterhin sollten Ärzte und Apotheker darüber informieren, dass es sich bei der Behandlung der androgenetischen Alopezie stets um eine Dauertherapie handelt und Therapiepausen zu vermeiden sind. Zudem sollten Patienten vor einer Therapie mit Minoxidil-Lösung über das Phänomen des „Sheddings“ aufgeklärt werden.

Darunter versteht man einen verstärkten Haarausfall in der Anfangsphase der Behandlung, wenn ruhende Haarfollikel durch Minoxidil zum Wachstum angeregt werden und das nachwachsende Haar das noch in der Kopfhaut steckende, bereits geschädigte Haar beschleunigt aus dem Follikel herausschiebt. Wenn den Patienten dieses Phänomen nicht bekannt ist, bestehe die Gefahr, dass sie die Therapie trotz guten Ansprechens abbrechen. csch/jk

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