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titel_small   Ausgabe 1 (2012)

Dermokosmetik

Barrierestabilisierende Hautschutz- und Hautpflegemittel
Ausgelobte Wirkversprechen sollten mit objektivierbaren Methoden belegt werden

Bericht von Dr. Joachim Kresken, Viersen

Zahlreiche Hautschutz- und Hautpflegemittel werden heute mit dem Wirkversprechen vermarktet, die Hornschichtbarriere der Haut zu stabilisieren. Dabei werden sowohl regenerative als auch protektive Effekte ausgelobt. Derartige Auslobungen sollten im Sinne einer evidenzbasierten Kosmetologie durch aussagefähige In-vivo-Untersuchungen unter Einsatz objektivierbarer Methoden belegt werden. Zudem sollten die Ergebnisse solcher Untersuchungen den Fachkreisen zur Unterstützung der Beratung ihrer Kunden und Patienten bekannt gemacht werden. Der vorliegende Bericht informiert über den Nachweis einer Barriereschutzwirkung durch Betulin enthaltende Emulsionen (Imlan® pur beziehungsweise Imlan® plus Creme) sowie über den Nachweis einer barriereregenerierenden Wirkung durch eine zehn Prozent Harnstoff enthaltende lipidreiche Fußpflegecreme (Gehwol med® Lipidro® Creme).


Der Nachweis der barriereregenerierenden Wirkung der harnstoffhaltigen Fußpflegecreme wurde bereits in einer Fachzeitschrift veröffentlicht (Borelli C et al, Int J Cosmet Sci 33 [2011] 37-43). Über die Barriereschutzwirkung der Betulin-Emulsionen informierte Professor Dr. Wolfgang Gehring, Karlsruhe, in einem Vortrag anlässlich der 16. GD-Jahrestagung im März 2012 in Berlin.

Betulin-Creme ist eine Option
für den beruflichen Hautschutz


Zum Nachweis der Barriereschutzwirkung führten Gehring und Mitarbeiter an 30 hautgesunden Probanden einen repetitiven Waschtest durch. Dazu wurden die Unterarminnenseiten der Probanden über sieben Tage dreimal täglich mit den Prüfprodukten vorbehandelt und jeweils 15 Minuten später unter standardisierten Bedingungen mit einer Natriumlaurylsulfat-Lösung gewaschen.

Einbezogen in die Untersuchung waren eine reine Betulin-Creme, die nur aus Wasser, Jojobaöl und einem betulinreichen Birkenkorkextrakt besteht, sowie eine Creme, die zusätzlich Bienenwachs und drei Prozent Harnstoff enthält. Durch beide Cremes wurde der durch Natriumlaurylsulfat verursachte Anstieg des transepidermalen Wasserverlustes statistisch signifikant im Vergleich zu nicht vorbehandelten Kontrollfeldern vermindert (p jeweils < 0,0001).

In einem weiteren repetitiven Waschtest an 30 Probanden wurde für die reine Betulin-Creme eine gleich starke Barriereschutzwirkung wie für eine klassische berufliche Hautschutzemulsion gefunden. Die Betulin-Creme ist deshalb nach Einschätzung von Professor Gehring eine interessante Option für den beruflichen Hautschutz, vor allem bei Tätigkeiten, die mit regelmäßiger Feuchtarbeit und/oder häufigem Händewaschen einhergehen.

Lipidreiche Fußpflegecreme
wirkt nicht übertrieben okklusiv


In Analogie zum beruflichen Hautschutz sind auch zur Fußpflege Formulierungen gefragt, die eine Stabilisierung der Hautbarriere bewirken. Vor allem bei Diabetikern sind die Füße als Ausdruck einer gestörten Hautbarriere häufig von Trockenheit sowie von dicker, rissiger Hornhaut an den Fußsohlen und Fersen gekennzeichnet.

Um dem entgegen zu wirken, werden zur Fußpflege unter anderem lipidreiche Cremes mit bis zu zehn Prozent Harnstoff eingesetzt. Gegen solche Cremes wird jedoch immer wieder der wissenschaftlich nicht nachvollziehbare Einwand erhoben, dass sie in Folge ihres hohen Lipidanteils eine übertriebene Okklusion bewirkten und so die Transpirationsfähigkeit und die Wärmeregulation der Haut behinderten.

Die erwähnte Studie von Borelli und Mitarbeitern hat einmal mehr gezeigt, dass solche Vorbehalte unbegründet sind. Die geprüfte harnstoff-haltige Lipidcreme reduzierte den TEWL lediglich in einem erwünschten Ausmaß, führte aber zu keinem Zeitpunkt zu einer vollständigen oder dauerhaften Okklusion. Da die Creme außerdem hydratationsfördernd wirkt und übermäßige Hornhaut an den Fersen entfernt, erfüllt sie die Anforderungen an ein multifunktionales Fußpflegemittel.

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