Suchen | Feedback | Inhalt | English
 
 
Organ der
 

GD — Gesellschaft für Dermopharmazie e.V.

   
 

Home
Ausgabe:
1/2015
1/2014
1/2013
1/2012
2/2011
1/2011
1/2010
1/2009
1/2008
2/2007
1/2007
2/2006
1/2006
2/2005
1/2005
2/2004
1/2004
2/2003
1/2003
2/2002
1/2002
4/2001
3/2001
2/2001
1/2001
1/2000
 
 
 
Weitere Links:
 
 
Gesellschaft für
Dermopharmazie
 
 
 
 
 

 
titel_small   Ausgabe 1 (2012)

Dermatotherapie

Interview mit Professor Korting
Was können wir in Zukunft an innovativen topischen Dermatika erwarten?

Interview von Dr. Claudia Schöllmann, Königswinter, und Dr. Joachim Kresken, Viersen

Neue Arzneimittel sind eine Grundvoraussetzung für den therapeutischen Fortschritt und Hoffnungsträger für viele Patienten. In der Dermatologie waren medikamentöse Innovationen in letzter Zeit jedoch dünn gesät. Das Spektrum der Therapieoptionen wurde zwar um die Biologika und einige neue Arzneimittel zur Behandlung des malignen Melanoms erweitert, innovative topische Dermatika hat es dagegen kaum gegeben. Durch öffentlich geförderte Projekte könnte sich diese Situation jedoch in Zukunft ändern. Der am 25. Februar 2012 verstorbene Dermatologe und langjährige stellvertretende Vorsitzende der GD Gesellschaft für Dermopharmazie, Professor Dr. Hans Christian Korting, erläuterte einige Zeit vor seinem Tod im Gespräch mit DermoTopics, welche neuen Ansätze besonders zukunftsträchtig sind, wo der Bedarf an innovativen topischen Dermatika besonders groß ist und welche Hoffnungen wir in diesem Zusammenhang auf die Nanotechnologie setzen dürfen.


interview

DermoTopics:
Herr Professor Korting, wie steht es derzeit um die Entwicklung neuer Dermatika?

Professor Korting:
Bis auf die Biologika zur Behandlung der Psoriasis und verschiedene neue Arzneimittel zur Behandlung des Melanoms wurden in den letzten Jahren kaum Dermatika mit neuem Wirkmechanismus eingeführt. Das gilt insbesondere für Topika. Dort warten wir seit langer Zeit auf neue Stoffklassen, so wie wir sie in den vergangenen Jahrzehnten mit den Retinoiden, den Vitamin D-Analoga und den Calcineurin-Inhibitoren gehabt haben.

DermoTopics:
Auf welchen Gebieten können Sie sich in naher Zukunft neue topische Dermatika vorstellen?

Professor Korting:
Neuheiten könnte es zum Beispiel bei den topischen Antiinfektiva geben. Hier haben wir mit Retapamulin, einem neuen Antibiotikum zur örtlichen Anwendung an der Haut, vor gar nicht langer Zeit ja schon eine Innovation gehabt, die bis jetzt noch gar nicht richtig wahrgenommen wird.

DermoTopics:
Wo sehen Sie sonst noch Ansätze für neue topische Dermatika?

Professor Korting:
Ansätze sehe ich auch bei Stoffen, die im Sinne einer gezielten Modifikation der immer besser verstandenen Signaltransduktion die Entzündung beeinflussen. Hier könnte Sphingosin-1-phosphat eine interessante Option werden.

DermoTopics:
Bei welchen Indikationen besteht denn besonderer Bedarf für Innovationen?

Professor Korting:
Ein nach wie vor großer Bedarf für Innovationen besteht zum Beispiel beim hellen Hautkrebs. Hier könnte es über das staatliche Förderprojekt „Nano for Life“ zur Entwicklung von Topika mit neuen Wirkstoffen kommen.

DermoTopics:
An welche Stoffklassen denken Sie in diesem Zusammenhang?

Professor Korting:
Ich denke zum Beispiel an Stoffe, die chemisch mit 5-Fluorouracil (5-FU) verwandt sind, aber eine bessere Nutzen-Risiko-Relation aufweisen als 5-FU.

DermoTopics:
Inwieweit steht denn die Entwicklung solcher Arzneimittel mit der Nanotechnologie in Zusammenhang?

Professor Korting:
Bei topischen Dermatika besteht immer das Problem, den jeweiligen Wirkstoff in hinreichender Menge in die Haut hineinzubringen. Dafür sind partikuläre Trägersysteme von großer Bedeutung. Während man sich in der Vergangenheit mit gewissem Erfolg vor allem um die Liposomen gekümmert hat, stehen heute lipidische Nano-partikel im Fokus der Wissenschaft. Diese kleinen Trägermoleküle könnten die Entwicklung innovativer topischer Dermatika beschleunigen.

nach oben

Dezember 2012 Copyright © 2000 - 2016 ID-Institute for Dermopharmacy GmbH. Kontakt: webmaster@gd-online.de