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  Ausgabe 1 (2013)

Dermatotherapie
Behandlung chronischer Wunden
Feuchte Wundauflagen sind konventionellen Verbandmitteln überlegen

Bericht von Dr. Joachim Kresken, Viersen

Was erfahrene Wundtherapeuten in der Praxis schon länger beobachten, wurde jetzt durch eine Metaanalyse bestätigt: Zur Behandlung chronischer Wunden sind feuchte, hydroaktive Wundauflagen besser geeignet als herkömmliche Verbandmittel. Zu den wichtigsten Produktkategorien der feuchten Wundversorgung zählen Schaumverbände, silberhaltige Wundauflagen, Hydrokolloidverbände, Alginate, Hydrogele und neutrale Wundauflagen. Wie die vom Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durchgeführte Metaanalyse gezeigt hat, ist die Abheilungschance chronischer Wunden bei Einsatz feuchter Wundauflagen im Schnitt 52 Prozent höher als bei konventionellen Therapien. Für den Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) stellt dieses Ergebnis einen Durchbruch in der Bewertung von Wundversorgungsprodukten dar.


Nach Angaben des BVMed leiden in Deutschland rund vier Millionen Menschen unter chronischen Wunden – und viele von ihnen auch unter der Versorgung. Bei zwei Drittel der Betroffenen kommen nach wie vor trockene Mullkompressen oder befeuchtete Gaze zum Einsatz. Durch diese Materialien trocknet die Wunde aus und kann leicht mit dem Wundgrund verkleben. Zudem wird durch den notwendigen häufigen Verbandwechsel das Infektions- und Verletzungsrisiko erhöht.

Groß angelegte Metaanalyse
bestätigt die Überlegenheit


Eine Alternative zu den herkömmlichen Verbandmitteln bieten hydroaktive Wundauflagen. Deren Zusatznutzen galt lange als umstritten, bis jetzt die vom Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf vorgelegte Metaanalyse Klarheit brachte.

Die Metaanalyse ergab, dass die Abheilungschance chronischer Wunden bei Verwendung hydroaktiver Wundauflagen im Schnitt 52 Prozent höher ist als bei Einsatz herkömmlicher Verbandmittel. Für die Diagno-se Ulcus cruris zeigte sich in den betrachteten kontrollierten Studien eine um 39 Prozent, bei diabetischem Fuß um 49 Prozent und bei Dekubitus sogar um 156 Prozent signifikant höhere Heilungschance.

Wie die wissenschaftliche Projektleiterin Christina Heyer erklärte, wurde bei dieser Metaanalyse, im Gegensatz zu früheren Übersichtsarbeiten, mit einem erweiterten Auswertungsansatz und einer viel größeren Breite an Studien gearbeitet. So konnten weitaus mehr versorgungsnahe Studien und eine deutlich höhere Fallzahl ausgewertet werden.

Durch diese offene Herangehensweise konnten 170 Studien mit mehr als 22.000 Patienten in die Metaanalyse einbezogen werden. Damit sei praktisch auf die gesamte publizierte Evidenz zur Wirksamkeit hydroaktiver Wundauflagen zurückgegriffen worden, so Heyer.

Hydroaktive Wundauflagen
bieten auch Kostenvorteile


Nach Angaben des BVMed bieten hydroaktive Wundauflagen neben ihrer medizinischen Überlegenheit auch Kostenvorteile. Die im Vergleich zu konventionellen Auflagen höheren Stückkosten würden dadurch kompensiert, dass hydroaktive Wundauflagen nicht täglich, sondern im Schnitt nur alle drei Tage gewechselt werden müssten.

Der BVMed sieht daher in der feuchten Wundversorgung nicht nur die Möglichkeit, die Versorgung zu verbessern, sondern auch Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen zu generieren. Nach seiner Einschätzung dürften sich die derzeit bei zwei bis vier Milliarden Euro pro Jahr liegenden Behandlungskosten für die Wundversorgung durch den gezielten Einsatz moderner Wundauflagen erheblich senken lassen.

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