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GD — Gesellschaft für Dermopharmazie e.V.

   
 

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Titelbild_1_14   Ausgabe 1 (2014)

Mitteilungen der GD
Interdisziplinäres Management zur Verbesserung der Versorgung
Gesellschaft für Dermopharmazie gibt ein neues Positionspapier zur Rosazea heraus

Bericht von Dr. Joachim Kresken, Viersen

Rosazea, im Volksmund auch „Kupferrose“ genannt, ist eine vornehmlich im Gesicht auftretende chronisch-entzündliche Hauterkrankung, unter der allein in Deutschland rund vier Millionen Menschen leiden. Da die Erkrankung häufig nicht erkannt wird, werden derzeit viele Betroffene nicht oder nicht adäquat behandelt. Einen Ausweg aus dieser unbefriedigenden Situation sieht die GD Gesellschaft für Dermopharmazie in einer interdisziplinären Versorgung der Patienten. Die GD hat deshalb unter dem Titel „Interdisziplinäres Management der Rosazea“ ein neues, von Dermatologen und Apothekern gemeinsam erarbeitetes Positionspapier zur Rosazea herausgegeben. Das Papier beschreibt den aktuellen Erkenntnisstand über das Erkrankungsbild, die etablierten Behandlungsmethoden und die Entwicklung neuer Therapieverfahren. Zudem gibt es Empfehlungen zu kosmetischen Begleitmaßnahmen und zum UV-Schutz.


Vorgestellt wurde das neue Positionspapier durch Privatdozent Dr. Jürgen Schauber von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians- Universität München anlässlich der 18. GD-Jahrestagung vom 7. bis 9. April 2014 in Berlin. Schauber gehört zu den federführenden Autoren des Papiers.

Das klinische Bild der
Rosazea ist sehr komplex


Wie Schauber erläuterte, manifestiert sich die Rosazea vorrangig an Stirn, Nase, Kinn und Wangen, doch auch die Brustregion, der Nacken und die Kopfhaut können betroffen sein. Ferner kann es, ergänzend oder isoliert, zu einer Mitbeteiligung der Augenregion kommen. In diesen Fällen sei ein interdisziplinäres Management unter Einbeziehung eines Augenarztes notwendig. Ansonsten sollten Patienten mit Verdacht auf Vorliegen einer Rosazea möglichst frühzeitig an einen Hautarzt verwiesen werden.

Charakteristisch für die Rosazea ist ein schubartiger Verlauf, wobei klinisch unterschiedliche Subtypen abgegrenzt werden. Letztere reichen von flüchtigen Rötungen des Gesichts bis zu schweren Formen, die durch ein chronisches Lymphödem sowie durch diffuse Wucherungen des Bindegewebes und der Talgdrüsen gekennzeichnet sind.


Pressekonferenz_2014Bei einer Pressekonferenz zum Auftakt der 18. GD-Jahrestagung vom 7. bis 9. April 2014 in Berlin stellte der federführende Autor, Privatdozent Dr. Jürgen Schauber von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (Dritter von links), das neue Positionspapier der GD zur Rosazea vor. Flankiert wird er von der wissenschaftlichen Tagungsleiterin, Professor Dr. Ulrike Blume-Peytavi, der Leiterin der GD-Fachgruppe Dermatopharmakologie und -toxikiologie, Privatdozentin Dr. Martina Meinke, dem wissenschaftlichen Tagungsleiter, Professor Dr. Rainer H. Müller, und dem GD-Vorsitzenden, Dr. Joachim Kresken (von links).

Das Krankheitsbild erfordert
eine differenzierte Therapie


Zur Behandlung der Rosazea stehen verschiedene topische und systemische Arzneimittel zur Verfügung. Bei den Subtypen I und II (Rosacea erythemato-teleangiectatica und Rosacea papulopustulosa) reicht oft eine topische Therapie aus. Bei schweren oder therapieresistenten leichteren Formen ist dagegen eine systemische oder eine kombinierte topische und systemische Therapie zu erwägen.

Für die topische Therapie sind in Deutschland Medikamente mit 0,75 Prozent Metronidazol in unterschiedlichen Grundlagen sowie ein Gel mit 15 Prozent Azelainsäure zugelassen. Als Standard für die systemische Therapie hat sich ein teilretardiertes Kapselpräparat mit 40 Milligramm Doxycyclin etabliert.

Diese Medikamente haben sich zur Behandlung der papulopustulösen Rosazea bewährt, sind aber unzureichend wirksam gegen die bei vielen Patienten auftretenden Gesichtsrötungen. Diese Behandlungslücke, so Schauber, sei mit der Einführung eines im Februar 2014 europaweit zugelassenen 0,5-prozentigen Brimonidintartrat-Gels geschlossen worden.

Brimonidin ist ein symptomatisch wirksamer, hochselektiver Alpha-2-Adrenorezeptor-Agonist. Das neu zugelassene Gel führt bei einmal täglicher Anwendung zu einer effektiven, langanhaltenden Vasokonstriktion und mindert so die bei vielen Rosazea-Patienten auftretenden, persistierenden Rötungen. Das Präparat kann nach Angaben des Herstellers auf Kassenrezept verordnet werden.

Therapiebegleitende Kosmetika
unterliegen hohen Anforderungen


Da externe Triggerfaktoren Entzündungsschübe bei Rosazea auslösen können, müssen topische Medikamente und Kosmetika, die therapiebegleitend oder während der erscheinungsfreien Intervalle angewendet werden, den speziellen Bedürfnissen von Rosazea-Patienten Rechnung tragen. Den kosmetischen Begleitmaßnahmen wird in dem neuen Positionspapier der GD ein eigenes Kapitel gewidmet.

Danach sollten die verwendeten Produkte mild und fettarm sein, einen schwach sauren pH-Wert aufweisen und möglichst keine Duft- und Konservierungsstoffe enthalten. Werden kosmetische Wirkstoffe gewünscht, sollten diese hautberuhigend, entzündungshemmend oder gefäßstabilisierend sein. Dagegen sind durchblutungsfördernde oder „zellstimulierende“ Wirkstoffe, wie sie häufig in Antiaging-Produkten eingesetzt werden, zu meiden.

Zum Management der Rosazea gehören auch adäquate UV-Schutzmaßnahmen. Sie sind wichtig, weil Rosazea-Patienten auf UV-Strahlung empfindlich reagieren und außerdem häufig mit phototoxischen systemischen Antibiotika, vor allem Doxycyclin, behandelt werden. Die verwendeten Sonnenschutzmittel sollten deshalb einen ausreichend hohen Schutz gegen UVB- und UVA-Strahlung gewähren. Zudem ist auch hier auf eine geeignete Grundlage zu achten.

Konsensfindung und Quelle des neuen
Positionspapiers


Die Stellungnahme „Interdisziplinäres Management der Rosazea“ richtet sich an Ärzte, Apotheker und deren beratendes Personal. Sie ist das Ergebnis eines interdisziplinären Konsensfindungsprozesses, an dem fünf Dermatologen und fünf Apotheker aus dem Kreis der Mitglieder der GD Gesellschaft für Dermopharmazie mitgewirkt haben.

Beteiligte Dermatologen:

    Dr. Winfried Klövekorn, Gilching
    Prof. Dr. Hans F. Merk, Aachen
    Dr. Markus Reinholz, München
    Prof. Dr. Martin Schaller, Tübingen
    Priv.-Doz. Dr. Jürgen Schauber, München

Beteiligte Apotheker:

    Martin Dürrfeld, München
    Dr. Andreas Hünerbein, Naumburg/Saale Ursula Kindl, Vaterstetten
    Dr. Joachim Kresken, Viersen
    Silke Stelzner, Hannover

Federführende Autoren:

    Priv.-Doz. Dr. Jürgen Schauber, München
    Dr. Joachim Kresken, Viersen


Das Dokument wurde am 7. April 2014 unter der Website www.gd-online.de veröffentlicht und steht dort zum kostenfreien Download zur Verfügung.



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