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  Ausgabe 2 (2006)

Buchbesprechung
Zoe Diane Draelos (Hrsg.)

Cosmeceuticals


Elsevier Saunders, Philadelphia 2005. 238 Seiten. Gebunden.
Etwa 100,00 Euro. ISBN 1-4160-0244-8


Die Bedeutung der Kosmetologie steht allen Dermatologenweltweit heute deutlich vor Augen. Dennoch dürfte es europäische Dermatologen immer nocherstaunen, dass man in den USA wie im vorliegenden Fall eineBuchserie schaffen kann, dieunter dem Dachbegriff „Procedures in Cosmetic Dermatology“ inzwischen 13 einzelne Monographien umfasst.

Das englischsprachige Werk„Cosmeceuticals“ ist eine dieser Monographien. Herausgegeben wurde es von der Dermatologin Professor Dr. Zoe Diane Draelos,die unzweifelhaft zu den weltweit prominentesten Vertreterinnen der dermatologischen Kosmetologie gehört.

Wer einen Einstieg in das Thema Wirkkosmetik sucht, wird auf das vorliegende Werk mangels Alternativen nicht leichtverzichten können. Dabei mußsich der Leser aber auch einiger Begrenzungen bewußt sein, dienicht zuletzt daraus resultieren,dass die Autoren überwiegend die amerikanische Sicht der Dinge wiedergeben.

Ein allgemeines Problem des Buchs ist, dass nicht selten eine zurückhaltende, vergleichsweise allgemeine Formulierung von Gedanken bevorzugt wird. Sowird in einem kleinen Kapitelzum Thema pH-Wert ausgeführt, dass Kosmetika mit zuhohem oder zu niedrigem pH-Wert mit dem Säuremantel derHaut (pH 5,2 bis 5,4) nicht kompatibel seien. Dabei hätte den Leser eher interessiert, welche Grenzwerte von Fachleuten für wünschenswert beziehungsweise tolerabel erachtet werden.

Das Kapitel über Wirksamkeitsprüfungen ist kurz, stammt aber von einem anerkannten Experten, nämlich Dr. Gary L.Grove. Für den interessierten Leser dürfte das Kapitel aber viel zu kursorisch sein. So wird im Unterkapitel Hauthydratation zwar auf die Korneometrie als methodische Möglichkeit hingewiesen, doch es werden keinerlei weitergehende Informationen angeboten.

Einen großen Teil des Buches macht die Bewertung von einzelnen Wirkstoffen beziehungsweise Wirkstoffgruppen aus. Auch hier wird oft eher zurückhaltend formuliert. So wird in einer zusammenfassenden Würdigung von örtlich eingesetztem Vitamin E ausgeführt, dass „topische Strategien“ womöglich nicht ausreichend seien, um die körpereigene antioxidative Abwehr in der Haut zu stärken.

Eher erstaunlich ist, dass die Prinzipien der evidenzbasierten Medizin nicht nur explizit, sondern auch implizit keine wesentliche Beachtung erfahren. Im Kapitel über Niacinamid wird zwar kurz von der Möglichkeit der Verminderung der Akne-Schwere gesprochen. Der Beleg dafür in Form einer randomisierten kontrollierten Studie wird freilich nicht angeführt. Und das, obwohl in ihrer klinischen Relevanz kaum belegte Anwendungsmöglichkeiten relativ umfassend dargestellt werden.

Vergleichsweise breiten Raum nehmen Pflanzenextrakte als aktive kosmetische Inhaltsstoffe ein. Hier verwundert dann wieder, dass etwa Centellaasiatica-Extrakt nicht angesprochen wird, obwohl dafür in einer kontrollierten Blindstudie eine vorbeugende Wirkung gegen Schwangerschaftsstreifen gezeigt werden konnte.

Selbst dann, wenn auf eine Zubereitung eingegangen wird, fehlen gelegentlich relevante Daten. So wird Hypericum perforatum-Extrakt zwar angesprochen, doch die kontrollierten Blindstudien mit dem abgeleiteten Präparat zur Pflege dertrockenen Haut werden nichterwähnt.

Die Bereitwilligkeit, mit der Bilder von Mäusen gezeigt werden, mag Europäer im Kontext eines Kosmetikbuches erstaunen. Mit einigen kann man im Rahmen der Lektüre sogar Bekanntschaft schließen, finden sich doch identische Bilder zur Wirkung von Genistein bei UVB-induzierten Hautschäden sowohl als Abbildung 18.54 als auch als Abbildung 32.2.

Vergleichsweise ungewöhnlich sind die Schlusskapitel, die sich der zukünftigen Entwicklung auf dem Gebiet der Kosmezeutika widmen. Gerade diese Kapitel machen deutlich, dass das Gebiet sich wissenschaftlich betrachtet unzweifelhaft in einer Aufschwungphase befindet.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Monographie „Cosmeceuticals“ von Draelos in die Handbibliothek all derer gehört, die sich mitaktuellen Entwicklungen beider Wirkkosmetik befassen.

Prof. Dr. med. H. C. Korting, München

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