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GD — Gesellschaft für Dermopharmazie e.V.

   
 

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  Ausgabe 2 (2001)

Dermopharmazie aktuell
Computergestützte Tele- und Dermatoskopie
Hohe Sicherheit in der Diagnostik melanozytärer Hautveränderungen

Die Zunahme von Melanomerkrankungen hat zu einer Welle von Aufklärungsmaßnahmen geführt, die zum großen Teil durch Berichte in den Medien an die Bevölkerung gelangt sind. Dies hat mittlerweile zur Folge, so berichtete Dr. med. Winfried Klövekorn, Gilching, im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung im November 2000 in Regensburg, dass allein in seiner dermatologischen Praxis in den vergangenen fünf Jahren 17.000 Patienten zur Kontrolle von Muttermalen erschienen. Ein Drittel der untersuchten Patienten wies dysplastische Nävi auf, und bei 292 (1,6 Prozent) wurde ein Melanom diagnostiziert. Zur Diagnoseunterstützung wurde mit der digitalen Auflichtmikroskopie ein innovatives Verfahren eingesetzt, das auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten für die dermatologische Praxis interessant ist.

Angesichts des hohen Patientenaufkommens und der Notwendigkeit sicherer diagnostischer Methoden haben die optischen Werke Rodenstock in Zusammenarbeit mit der Universität Regensburg und dem Institut für Informatik der Technischen Universität München mit Erfolg nach effizienteren Diagnosemöglichkeiten und Dokumentationstechniken gesucht. Diese bestehen einerseits in der Standardisierung der Aufnahmetechnik unter Einbeziehung der Auflichtmikroskopie und andererseits in der Verbesserung der Auswertemöglichkeit und Vergleichbarkeit der Ergebnisse. Die Kombination der digitalen Speicherung der Befunde und die konsiliarische Beratung intern oder über Telemedizin sind dabei Vorteile, die zu einer Steigerung der diagnostischen Sicherheit um 20 auf circa 90 Prozent geführt haben.


Apparatediagnostik als
Qualitätsmerkmal




Eine weltraumtechnische Errungenschaft hält Einzug in die dermatologische Praxis: Die computergestützte Tele- und Dermatoskopie ist nicht nur eine diagnostisch überzeugende, sondern auch eine für den Dermatologen wirtschaftlich interessante Methode zur Früherkennung von Melanomen.























Wie Klövekorn betonte, profitiert die dermatologische Praxis von einer Integration der computerisierten Videodokumentation und Teledermatoskopie zur Diagnoseunterstützung, zumal der diagnostische Blick den heutzutage „aufgeklärten" Patienten allein nicht mehr beeindrucken kann. Die Selbstverständlichkeit des Einsatzes moderner Techniken macht auch vor der Arztpraxis nicht Halt. Als weltraumtechnische Errungenschaft ging das Aufnahmesystem von Rodenstock bereits im vergangenen Jahr durch die Fachpresse. Neben der zweifelsfrei überzeugenden diagnostischen Methode zur Früherkennung von Melanomen trage, so Klövekorn, die apparative Diagnostik zu höherer Akzeptanz, Zufriedenheit, Vertrauen und Compliance der Patienten bei. „Angesichts der wachsenden Bedeutung der Privatliquidation wird der Patient zum Kunden, der für selbst zu zahlende Leistungen ein innovatives Equipment der Praxis erwartet." Als klaren Zugewinn für die Qualität sieht der Dermatologe darüber hinaus die Möglichkeit der sauberen Archivierung, die den Zeitpunkt, das Ausmaß und die Lokalisation der Hautveränderung festhält. Handskizzen, Stempelvorlagen und das Erstellen von Folien gehören der Vergangenheit an, weil sie ebenso ungenau wie unwirtschaftlich sind. Neben der leichten, schnellen und preiswerten Reproduzierbarkeit und Vergleichbarkeit der Befunde kann die Validität durch Kooperationen mit Universitätskliniken gewährleistet werden. Die Übertragung der Daten ermöglicht Konsile ohne weite Wege und zeitlichen Aufwand für den Patienten. Als positives Beispiel nannte Klövekorn die Zusammenarbeit seiner Praxis mit Professor Dr. med. Wilhelm Stolz vom Universitätsklinikum in Regensburg.

Prognostische Aussagen
möglich


Die spezielle Technik der digitalen Auflichtmikroskopie und die softwaregesteuerte Zerlegung digital gespeicherter Bilder in verschiedene Kriterien ermöglicht prognostische Aussagen über die Dignität einer Hautveränderung. Datenbanken werden in naher Zukunft für noch bessere Erfahrungswerte sorgen. Durch eine hohe Indikationsschärfe kann in vielen Fällen auf eine Exzision verzichtet werden. Insbesondere an kosmetisch problematischen Hautregionen wie dem Gesicht und dem zur Keloidbildung neigenden Dekolletébereich ist dies ein nicht zu vernachlässigendes Argument.



Dr. med. Winfried Klövekorn















Wirtschaftlich interessante
Investition



Leistungen, die außerhalb des EBM auf Basis privater Liquidation angeboten werden können, sind für viele Praxen ein existenzielles Standbein. Möglich sind sie bei Leistungen, die nicht im EBM-Katalog aufgeführt sind und bei IGEL-Leistungen. Unter Berücksichtigung des wirtschaftlichen Aspektes der Liquidation unter der GOÄ-Ziffer 612a (siehe Kasten) ist die computergestützte Tele- und Dermatoskopie zur Melanom-Diagnostik ein bedeutender Umsatzfaktor für die dermatologische Praxis. In Anbetracht der hohen und weiter steigenden Inzidenz des Melanoms von derzeit 7:100.000 und der häufigen Untersuchungen bei juristisch abgesicherter Ausklammerung aus dem EBM der GKV kann hiermit eine diagnostisch sinnvolle und betriebswirtschaftlich interessante Leistung angeboten werden. Die steigende Nachfrage nach derartigen Untersuchungen wird mit hoher Wahrscheinlichkeit bei entsprechend ausgestatteten Praxen zu einer Patientenselektion und -bindung führen. Die Einführung der Methode erfordert keinen größeren Personalaufwand, sichert die einfach und kostensparende Befundarchivierung und lässt eine kurze Amortisationszeit erwarten. (ghw)


Die computergestützte Tele- und Dermatoskopie zur Melanom-Diagnostik entspricht 757 Punkten und kann nach GOÄ-Ziffer 612a mit DM 198,48 abgerechnet werden. Die Abrechnung ist in einem Kommentar zur GOÄ (3. Auflage, 5. Ergänzungsband, Stand: 1.2.2000) festgelegt: „Für eine aus medizinischen Gründen sinnvolle Videodokumentation von Hautveränderungen, insbesondere zur Kontrolle der Entwicklung von Muttermalen, ist aufgrund eines entsprechenden Beschlusses des GOÄ-Ausschusses der BÄK vom 29.9.1998 die Nr. 612 (Ganzkörperpletymographie) analog berechnungsfähig. Die Berechnung ist unabhängig von der Zahl der dokumentierten Hautbefunde auf einmal je Sitzung begrenzt."


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