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GD — Gesellschaft für Dermopharmazie e.V.

   
 

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  Ausgabe 4 (2001)

Mitteilungen der GD
Zellversuche statt Versuchstiere:
OECD empfiehlt Zelltests für die Prüfung von neuen Arzneistoffen, Chemikalien und kosmetischen Inhaltsstoffen

Über einen ermutigenden Durchbruch für den Tierschutz und den Verbraucherschutz in Deutschland, Europa, Asien und Amerika berichtet das in Berlin ansässige Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) in einer Pressemitteilung vom 15. November 2001. Danach werden zwei Tierversuchsmodelle, die bisher international für die Prüfung neuer Arzneistoffe, Chemikalien und auch neuer Inhaltsstoffe von Kosmetika vorgeschrieben waren, voraussichtlich bald weltweit durch tierversuchsfreie Tests ersetzt. Auf einer Sitzung Ende Oktober im BgVV haben Expertengremien der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) den OECD-Mitgliedsstaaten empfohlen, die Phototoxizität und die Ätzwirkung an der Haut zukünftig in tierversuchsfreien Zelltests zu prüfen. Diese Tests ermöglichten es, das betreffende Gefahrenpotential chemischer Stoffe ebenso gut einzuschätzen wie die bisher üblichen Tierversuche.

Die empfohlenen Alternativmethoden wurden gemeinsam vom BgVV und der Industrie entwickelt und unter Federführung der Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET) des BgVV experimentell auf ihre Anwendbarkeit geprüft. Bei der tierversuchsfreien Methode der Phototoxizitätsprüfung, die unter anderem bei Arzneistoffen und neuen UV-Filtern von Sonnenschutzmitteln erforderlich ist, werden Zellen von Mäusen oder der menschlichen Haut während der Kultivierung im Brutschrank mit den Prüfsubstanzen behandelt und mit UV-Licht bestrahlt. Nach Angaben des BgVV sagt dieser Zellkulturtest phototoxische Reaktionen beim Menschen erheblich besser voraus als die früher angewandten Tierversuche an Mäusen, Ratten, Meerschweinchen oder Kaninchen.

Für die Prüfung der Ätzwirkung an der Haut, die bisher an lebenden Kaninchen durchgeführt wurde und für die Tiere sehr schmerzhaft war, stehen jetzt sogar zwei alternative Zellkulturtests zur Verfügung. Zum einen handelt es sich hierbei um eine in England entwickelte In-vitro-Methode mit isolierten Rattenhautpräparaten und zum anderen um eine von der ZEBET entwickelte Methode, bei der biotechnologisch hergestellte, künstliche menschliche Hautmodelle verwendet werden. Die Prüfung auf Ätzwirkung an der Haut ist für gefährliche Stoffe international im Rahmen des Arbeitsschutzes und der Transportsicherung vorgeschrieben. Sie hat direkte Konsequenzen für die Kennzeichnung, die Aufbewahrung und den Transport dieser Stoffe. (jk)

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